Slawonien
In der Zeit des kommunistischen Jugoslawien diente Slawonien zur Gewinnung von Trauben für slowenische Produzenten: So hat beispielsweise Vinag aus Maribor aus einem Gra?evina aus der Baranja und einem Riesling aus der Baranja und aus Srijem Archivweine erzeugt, von denen einige noch jetzt im Alter von fünfzig Jahren auf lokalen Auktionen verkauft werden. Letztlich ist Slawonien auch der Geburtsort des privaten Weinbaus in Kroatien, denn Ivo Enjingi, dem für den Wein Venje von 1998 am 15. September 2004 in London eine Goldmedaille als absolutem Weltsieger in seiner Kategorie überreicht wurde, ist der erste private Winzer Kroatiens, der das Recht erhielt, auf das Etikett seiner Gra?evina-Spätlese das Prädikat Spitzenwein zu setzen. Das war 1988. Slawonien besitzt tatsächlich hervorragende Möglichkeiten für die Produktion großer Mengen von insbesondere weißem Spitzenwein. Es ist schwer zu sagen, welche slawonischen Weinberge hochwertiger und anspruchsvoller sind: die von Srijem und der Baranja in Podunavlje, die von Djakovo im Osten oder die von Kutjevo im mittleren Slawonien. Das Epizentrum der Entwicklung des slawonischen Weinbaus ist das Gebiet um Kutjevo. Enjingi, Krauthaker und PPK Kutjevo sind die wichtigsten slawonischen Produzenten, und Enjingis und insbesondere Krauthakers ständiges Experimentieren mit neuen Sorten entfernt das moderne Slawonien definitiv von dem Image einer Gra?evina-Monokultur, wie es vor fünf oder sechs Jahren bestand. Neben Dalmatien könnte Slawonien der zweite große kroatische Weinexporteur werden, aber nicht mit autochthonen Sorten, wie dies in Dalmatien der Fall ist (denn solche Sorten gibt es in Slawonien einfach nicht), sondern mit internationalen Sorten.










