Matosevic

Der 39-jährige Ivica Mato?evi? ist der Mann, der nicht nur den istrischen Weinbau wieder zum Leben erweckt hat, sondern er ist auch derjenige, der ihn in Europa kommerziell erfolgreich machen könnte. Dabei geht es nicht nur um Mato?evi?s eigene Weine, die wegen einer Reihe von Umständen nicht immer die besten Istriens sein müssen (noch Kroatiens überhaupt), sondern um einen für Istrien völlig neuen Ansatz in der Weinproduktion und ?kultur. Mato?evi? hat die Weinproduktion selbst in Istrien revolutioniert: Er hat als erster den Barrique als Standard für einzelne Weißweine eingeführt, er war unter den ersten, die auf geringem Ertragreichtum bestanden haben und hat schließlich die kalte Gärung gewählt. Das wichtigste ist jedoch, dass Mato?evi? als erster verstanden hat, dass er seinen Wein bei der immer härteren Konkurrenz auf dem Markt nur verkaufen kann, wenn es ihm gelingt, eine Marke mit einem hohen Wiedererkennungswert zu schaffen. Und das wohlgemerkt nicht nur für seine eigenen Weine, sondern für alle istrischen Weine. So ist Istrien durch eine Reihe von Werbeveranstaltungen rund um den Wein und durch die kontinuierliche Qualitätsverbesserung durch die führenden privaten istrischen Erzeuger zu einem Synonym für gute Weißweine geworden, die zum großen Teil direkt ausgeführt werden: Die ausländischen Touristen trinken sie im Laufe der Saison. Mato?evi? selbst (der, nebenbei bemerkt, in Bologna in Botanik promoviert hat und bis Mitte 2004 Direktor des Nationalparks Kamenjak bei Pula war) hat seine ersten acht Hektar eigenen Weinbergs erst 2003 gepflanzt, in der vorteilhaften Lage Brdo oberhalb von Pazin. Bis zu den ersten dortigen Weinlesen wird Mato?evi? seinen Wein auch weiterhin aus angekauften Trauben produzieren. Sein Prestigewein ist unzweifelhaft der im Barrique ausgebaute Chardonnay Anima (drei bis vier Sterne): Die Ernte 2000 gewann eine Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft der Chardonnays in Frankreich. Aber das Hauptprodukt von Mato?evi?s Weingut im Dorf Krun?i?i direkt über dem faszinierenden Limfjord ist der Malvasia Alba, der im Inox-Tank vinifiziert wird. Der Malvasia von 2004 (drei Sterne) ist ein außergewöhnlich eleganter Wein mit einem mäßigen Alkoholgehalt, aber dennoch mit einem starken Körper und mit dem typischen Aroma von Mandeln, Akazien und Zitrone. Er passt hervorragend zu gegrilltem weißem Fisch, aber auch zu Sushi und Sashimi. Der im Barrique ausgebaute Malvasia von 2004 (drei Sterne), der aus Trauben aus besonders guten Lagen erzeugt wurde, wirkte zur Zeit der Abfassung dieses Textes sehr viel versprechend (er wurde erst im Herbst 2004 auf den Markt gebracht). Mato?evi?s größter Triumph könnte der Malvasia werden, der in einem Barrique aus Akazie gärt und sur lie reift, das heißt auf dem eigenen Hefesatz. Die ersten Flaschen, die auf den Markt gekommen sind, haben jedoch gegensätzliche Reaktionen hervorgerufen. Mato?evi? erzeugt bisweilen auch kleinere Mengen Rotwein aus Teran und Merlot. Das Weingut von Ivica Mato?evi? produziert zwischen 40.000 und 50.000 Flaschen Wein im Jahr, von denen die Hälfte auf einen einfachen, nicht barrique-ausgebauten Malvasia entfällt. Alle Weine Mato?evi?s bieten einen glänzenden Gegenwert für ihren Preis.

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