Gra?evina
Die meisten Fachbücher über den Wein schätzen den Gra?evina als eine mittelmäßige Traube ohne ausgeprägtere Sortenmerkmale ein, aus dem man keinen Spitzenwein erzeugen kann. Aber in der Praxis gibt es viele gegenteilige Beispiele: Der größte internationale Fürsprecher des Gra?evina ist der große österreichische Winzer Alois Kracher, dessen Gra?evina im Wine Spectator zwischen 95 und 100 Punkte erzielen und Preise zwischen fünfzig und hundert Euro für eine kleine Flasche erreichen. Krachers Gra?evina sind süß und mit dem Botrytis ?infiziert?, während die kroatischen Gra?evina trocken oder halbtrocken sind. Die slawonischen Winzer haben aus dieser angeblich mittelmäßigen Sorte ihr wichtigstes Mittel des Überlebens, Verdienens und Investierens gemacht. Man kann ohne Zurückhaltung sagen, dass der Gra?evina die neue slawonische Weinindustrie förmlich begründet hat. Sowohl Ivan Enjingi als auch Vlado Krauthaker und Davor Zdjelarevi? haben ihr erstes nennenswertes Geld mit dem Gra?evina verdient und sich dann später prätentiöseren Weinen zugewendet. Nur Enjingi ist als einziger dem Gra?evina ganz treu geblieben: seine Gra?evina Spätlesen sind regelmäßig die besten Gra?evina, die in Kroatien überhaupt produziert werden, und die Ernte 2002 hat auch einen der Preise bei Decanters globalem Wine Tasting gewonnen, das fast ein ganzes Jahr gedauert hat. Eine ganze Reihe kleinerer slawonischer Produzenten gründet einen großen Teil ihrer Produktion noch immer auf den Gra?evina. Erst die Zeit wird zeigen, ob die Neigung zu dieser Traube, die, nebenbei bemerkt, aus Frankreich stammt, ein hinderlicher Faktor ist in der Entwicklung der slawonischen Weinindustrie, oder ob sich die slawonischen Gra?evina auch international als interessante Weine durchsetzen.











































