Entwicklungsrichtungen des kroatischen Weinbaus
Die internationalen Erfolge von Ivan Enjingi und Andro Tomi?, oder auch die hervorragenden Besprechungen, die Vlado Krauthaker und Ivica Mato?evi? von Hugh Johnson erhalten haben, weisen sehr klar die Hauptrichtung für die Entwicklung der kroatischen Weinindustrie. Es handelt sich natürlich um die ständige Qualitätsverbesserung der Weine. Kroatien kann nur durch die Erzeugung kompromissloser Qualitätsweine, wenn möglich aus autochthonen Sorten (wobei Dalmatien mit dem Plavac und Istrien mit dem Malvasia gegenüber Slawonien hier erheblich im Vorteil sind), ein wichtiges und geschätztes Weinland werden. Auf dem Weltmarkt dominiert schon seit mehreren Jahren der Trend, dass das Interesse an einheimischen Sorten wächst, vor allem wenn es sich um die kleineren Weinerzeugerländer handelt. Aber die ständige Qualitätssteigerung muss vor allem von den Erzeugern selbst betrieben werden. Wie die istrischen Winzer durch ihre jährliche Schau Vinistra bedeutende Qualitätsstandards für den Malvasia aufgestellt haben, so müssten auch die dalmatinischen Produzenten einen Wettbewerb für den Plavac begründen oder eine Gesellschaft, die die Qualität der einzelnen Plavac kontinuierlich beobachtet und den Wein nicht nur aufgrund seiner geographischen Herkunft, sondern auch aufgrund einer regelmäßigen jährlichen Weinverkostung in Kategorien einstuft. Ein derartiges System wird bereits seit fünfzehn Jahren in Österreich angewendet, das in eben dieser Periode auch die Renaissance seines Weins erlebt hat. Weiterhin müssten klare Verfahren für die Produktion einzelner Weine festgelegt werden. Andro Tomi?, der Schöpfer des hervorragenden Pro?ek Hectorovich, hat vorgeschlagen, die Produktionsmethoden verschiedener Pro?ektypen gesetzlich zu regeln und Qualitätsunterschiede zwischen den Pro?eks zu definieren, die zu den wichtigeren kroatischen Weinen gehören. Neben dem ständigen Beharren auf strengeren Kriterien und einer konstanten Verkostung, Überprüfung und Beurteilung der Weine muss die zweite Hauptentwicklungsrichtung des kroatischen Weinbaus die schnelle Privatisierung der noch verbliebenen großen staatlichen Erzeuger sein. Denn es ist eine Tatsache, dass die besten kroatischen Weine alle von privaten Winzern produziert werden. 2004 wurden endlich die großen und bedeutenden Kutjeva?ki Podrumi privatisiert, aber noch immer befinden sich Tausende Hektar glänzender slawonischer Weinberge in staatlichem Besitz, die die Trauben für einige der besten Weine in diesem Teil Europas geben könnten. Und schließlich ist eine der nötigen Entwicklungsrichtungen des kroatischen Weinbaus die engere Zusammenarbeit mit den Gastronomen. Die Gastronomie und die Weinproduktion stehen in einem natürlichen Zusammenhang miteinander. Es muss entschieden mehr getan werden, damit die Restaurantbesitzer lernen, welche kroatischen Weine zu einem bestimmten kulinarischen Stil angeboten werden sollten und was das Spezifische dieser Weine ist. Die Restaurants und Hotels sollten genau wie die in der Champagne oder der Toskana ständige Ausstellungs-, Informations- und Verkaufspunktdes kroatischen Weinbaus werden. Zu all dem sollte die Anpflanzung neuer Weinberge vor dem Beitritt zur EU hinzukommen, wenn die Ausweitung der Weinberge gesetzlich beschränkt werden wird.










