Der Welterfolg der kroatischen Weine

Das Jahr 2004 war das erfolgreichste in der Geschichte des kroatischen Weinbaus. Dieses Jahr verzeichnete nämlich den ersten ernsthaften Durchbruch kroatischer Weine in der internationalen Szene. Zum ersten Mal widmete Ende 2003 der angesehene britische Publizist Hugh Johnson in seinem in Millionenauflage erschienen Taschenweinführer den kroatischen Weinen ebenso viel Platz wie auch den in der Welt schon lange etablierten slowenischen Weinen und beurteilte einige unserer Weine außerordentlich gut. Später, im Frühjahr 2004, wurde in der kroatischen Botschaft in Paris eine Verkostung einiger kroatischer Weine für das einflussreiche französische Magazin La Revue du Vin de France organisiert. Ein Resultat dieses Tastings waren die hervorragenden Besprechungen für den Plavac Barrique von 1999 und den Pro?ek Hectorovich des kroatischen Winzers Andro Tomi? sowie die gute Besprechung des Plavac Murvica des Bra?ers Hrvoje Bakovi?. Tomi?s Weine fanden sich sogar auf der Titelseite der Maiausgabe von La Revue du Vin de France. Schließlich konnte man im Sommer 2004 erfahren, dass der slawonische Winzer Ivan Enjingi von den Experten des weltweit einflussreichsten Weinmagazins, des britischen Decanter, zum absoluten Weltsieger in der Kategorie der weißen Cuveeweine bis zum Preis von 10 Pfund gewählt worden war. Der Decanter hat auch zwei weitere Weine Enjingis mit geringeren Auszeichnungen bedacht. Enjingi hat auch auf Decanters Internationalem Wettbewerb 2005 mehrere Medaillen erhalten sowie der große slawonische Produzent PPK Kutjevo. Diese außerordentlichen internationalen Erfolge zeigen, dass in Kroatien Weine von Weltklasse produziert werden können. Das ist nur natürlich, wenn man die glänzenden klimatischen Bedingungen und die Tatsache bedenkt, dass Kroatien zwei hervorragende einheimische Sorten besitzt: den Mali Plavac, der große und teure Weine hervorbringen kann, und den Istrischen Malvasia, der ein unverzichtbares Element des Tourismusangebots dieser Halbinsel geworden ist. Die internationalen Anerkennungen sind auch mein Ergebnis der gesteigerten Investitionen in den Weinbau und die Weinkellerei besonders in den letzten Jahren. Die kroatische Weinindustrie könnte in einigen Jahren die nächste große Attraktion auf dem internationalen Weinmarkt werden. Denn dieser Markt befindet sich ständig auf der Suche nach neuen, nicht allzu teuren Erzeugern. Ihr komparativer Vorteil im Verhältnis zur Konkurrenz ist die Tatsache, dass Kroatien über den Tourismus verfügt als Mittel der effizientesten direkten Bewerbung seiner Weine. Die Tourismusindustrie müsste jedoch anfangen, den Wein als eine der wichtigsten Tourismusattraktionen zu behandeln: Der Wein muss einfach ein wesentliches Element des gesamten kroatischen Tourismusprodukts werden, wie es in Istrien, der bestorganisierten Tourismusregion Kroatiens, bereits geschehen ist. Dies ist eine der Bedingungen dafür, dass Kroatien sich bald zu den anerkannten europäischen Weinländern zählen kann und dass es einer breiten Öffentlichkeit für seine Weine bekannt wird. Aber dafür hat es ein glänzendes natürliches Potential.

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